Jahresbericht 1999

 

Ökoanbau im Regenwald

 

Bei einem Projektbesuch im August '99 besuchte Eugen Bruder Teile des Fusevi Projektes in Santa Elvita (40 km an der Straße Pucallpa - Tingo Maria) und 7 km nördlich Simon Bolivar. Die Bauern zeigten ihre Felder, wo sie ohne Brandrodung Mischkulturen (mit Leguminosen) angelegt haben. Es wurden Kurse durchgeführt, in denen die Bauern diese neuen Technologien erlernten. Saatgut und Setzlinge erhielten sie in Form eines Rotativkredits. Nach der Ernte zahlen sie in Naturalien zurück (wodurch andere Bauern wieder Saatgut etc. bekommen). Hauptprodukt ist Zuckerrohr - 20.000 Stecklinge wurden gepflanzt. Leider hatten ein Teil der Stecklinge nicht ausgetrieben (vermutlich waren die Augen beim Transport beschädigt worden), so daß auf einigen Flächen nachgepflanzt werden mußte. Mit dem Abfall von der Zuckerproduktion sollen Kühe gefüttert werden. Daneben wurden Stecklinge für Heilpflanzen, Wald- und Obstbäume angezogen. Bei einigen Bauern standen auch die ersten Bienenstöcke, außerdem Fischteiche und Schweinezucht. Insgesamt haben wir 8.000 Dollar für dieses Projekt überwiesen.

 

Er besuchte auch die Dörfer näher bei Pucallpa, in denen er bei seinem Besuch im Sommer 1996 das 1. Mal war. Einiges ist seit der Zeit realisiert worden, z.B. haben sich die Pferde (als Transportmittel) in Antonio Raimondi sehr gut vermehrt, aber es bleibt noch vieles zu tun. Im Jahr 2000 sollen die Bauern, die z.T. vor Jahren schon als Berater für andere Bauern tätig waren, wieder neu geschult werden, um sie für ihre Aufgaben neu zu motivieren.

 

Auf der Insel Ega (im Ucayali) sind durch die verheerende Überschwemmung Anfang des Jahres (als Auswirkung des

"el niño"-Phänomens) viele Bäume abgestorben - aber auch Anpflanzungen von Kokospalmen, die noch nicht groß genug waren, um die Überschwemmung zu überstehen. Mit unserer Unterstützung konnten jetzt größere Jungpflanzen beschafft werden, die einer evtl. erneuten Überschwemmung standhalten. Die Dorfapotheke in Nuevo Belen (mit den wichtigsten Grundarzneimitteln und Heilpflanzen), die mit unserer Hilfe vor 3 Jahren eingerichtet wurde, funktioniert weiterhin.

Eine größere Menge Malariamedizin (gespendet vom Deutschen Institut für ärztliche Mission in Tübingen) konnte über-

bracht werden.

 

Im nächsten Jahr sollen in den Dörfern Sta. Elvita und Simon Bolivar 2 Zuckerrohrquetschen gebaut werden (mit Pferden + Karren für den Transport). Außerdem will man mit der bäuerlichen Milchviehhaltung beginnen. Auf der Insel Ega sollen weitere Kokospflanzungen - jetzt in Mischung mit Camu Camu (ein Vitamin-C-haltiger Strauch, der alle Überschwemmungen übersteht) angelegt werden. In den Dörfern N. Belen, Tupac Amaru und Olivos plant man die Pflanzung von Zitrusfrüchten in Mischkultur mit anderen Bäumen und Pflanzen (als Agroforstwirtschaft).

 

Bekämpfung der Leishmaniose

 

Immer wieder finden wir freundliche Menschen, die bei ihrer Perureise dankenswerterweise bereit sind, Glucantime zur Bekämpfung der Leishmaniose (weiße Lepra) mitzunehmen 1999 konnten wir auf diese Weise insgesamt ca. 5.600 Ampullen nach Peru schicken - damit können ca. 100 Erkrankte behandelt werden. Die spanische Nonne und Krankenschwester Teresa Ruiz und der peruanische Arzt Dr. Luis Miranda sind sehr engagiert und bedanken sich herzlich für unsere Unterstützung. Teresa erzählte, sie sei immer wieder freudig überrascht, wenn plötzlich Reisende in das Hospital in Cusco kämen und aus ihrem Rucksack Glucantime auspacken. Dr. Miranda, der ein großer Bewunderer von Albert Schweitzer ist, plant übrigens den Bau eines Urwaldhospitals in der Selva von Cusco.