Freundeskreis Peru Amazonico e.V. Am Ziegelacker 18, 74199 Unterheinriet

Tel. 07130/8618, Fax 9381,
E-mail: eugen.bruder@t-online.de

Homepage: http://www.peru-amazonico.de

Spendenkonto:
Volksbank Beilstein
Kto.Nr. 20 763 000
BLZ 620 622 15

Jahresbericht 2000

Ökoanbau im Regenwald

Durch zahlreiche Spenden und auf Grund der Unterstützung durch das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit konnten wir das Projekt PAVIS III (Promoción de la Agricultura Ecológica por la Vida de la Selva = Verbreitung der ökologischen Landwirtschaft für das Leben im Wald) erfolgreich unterstützen. Der Schwerpunkt des Projekts liegt in Santa Elvita (40 km an der Straße Pucallpa - Tingo Maria) + Simon Bolivar (7 km nördlich). Es wurden dort 2 Zuckerrohrquetschen installiert und in jedem Dorf für den Transport des Zuckerrohrs ein Pferd mit Karren angeschafft. Der Abfall aus der Zuckerrohrverarbeitung dient als Viehfutter für die Milchkühe der Dörfer. Innerhalb des Projektes wurden 5 weitere Kühe für die beiden oben genannten Dörfer und 5 Kühe für das Dorf Antonio Raimondi mitfinanziert. Mitfinanziert heißt, daß die Kühe den Bauern in Form eines Rotativkredits gegeben wurden. Somit gehen die Kühe erst in den Besitz der Bauern über, wenn sie der Dorfgemeinschaft 2 Kälber zurückgegeben haben, damit nach und nach auch die anderen interessierten Bauern eine Kuh bekommen.

Auf der Insel Ega im Rio Ucayali wurden 20 ha Kokos und Camu Camu (Strauch mit Vitamin-C-haltigen Früchten) gepflanzt. Die restlichen 10 ha konnten wegen der bevorstehenden Überschwem-mung zum Ende der Regenzeit nicht mehr in die Felder gepflanzt werden. Die Jungpflanzen dafür wurden in erhöhte Anzuchtbeete (auf Gestellen) gepflanzt und kommen nach der Regenzeit auf die Felder. In 3 weiteren Dörfern (Nuevo Belen, Tupac Amaru und Olivos) wurden 18 ha Agroforst-Parzellen (Orangen, Mandarinen und andere Zitrusfrüchte) in Gemeinschaftsarbeit angelegt. In Pucallpa hat FUSEVI ein bäuerliches Schulungszentrum gebaut. Für alle diese Maßnahmen haben wir einen Betrag von über 20.000 Dollar beigesteuert.

Eine Bereicherung unserer Bildungs- und Infoarbeit hier in Deutschland war der Besuch des Präsidenten von unserer Partnerorganisation FUSEVI, Raul Tello im November. Er nutzte die Einladung zu einem Seminar über Vermarktung von Ökoprodukten in Feldafing/Bayern, um anschließend uns zu besuchen. In einem Diavortrag berichtete er aktuell von der Arbeit des Vereins FUSEVI. Besonderes eindrucksvoll war es, als er Proben der bei ihnen heimischen Früchte und Produkte zum Verzehr anbot. An diesem Abend zeigten wir auch das von dem Bruder von Hellmar Hedder im Sommer zusammen mit dem DED-Entwicklungshelfer Carsten Marohn gedrehte Video über FUSEVI. Dabei konnte Raul Tello noch einige ergänzende Bemerkungen machen.

Käse- und Joghurtherstellung in Montevideo

Mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg konnten wir die Diversifizierung der Käseproduktion mit unterstützen. Auf Wunsch der dortigen Bauern können sie jetzt auch Joghurt nach Tingo Maria liefern, der dort einen gesicherten Absatz hat, denn bisher kommt er nur aus Lima und ist sehr teuer. Es ist auch geplant, weitere Märkte mit Käse und Joghurt zu beliefern. Das Dorf erhielt von uns die Unterstützung zur Erweiterung der bestehenden Dorfkäserei um eine Joghurtlinie. Außerdem wurde ein neuer Zuchtbulle angeschafft. Als nächstes wird im Rahmen dieses Projektes der Weg zur Straße (5 Stunden Fußmarsch) in einer Gemeinschaftsarbeit durch das Dorf so angelegt, daß die Waren auch unter zumutbaren Bedingungen für Mensch und Tier auf die Märkte kommen.

Bekämpfung der Leishmaniose

Auch dieses Jahr konnten wir wieder viel Glucantime zur Bekämpfung der Leishmaniose (weiße Lepra) über Reisende nach Peru schicken, insgesamt 4.900 Ampullen im Wert von knapp DM 10.000,-. Mit den gelieferten Ampullen können je nach Schwere der Erkrankung ca. 60 - 80 Leishmaniose-Kranke behandelt werden. Mitte Juli hatten wir Besuch von Schwester Teresa Ruiz aus Cusco, die zu einem Heimaturlaub in Spanien war und uns in einem eindrucksvollen Diavortrag von ihrer Arbeit und von deren Bedingungen berichtete. Sie zeigte auch für uns neue Bilder dieser schrecklichen Krankheit. Weiterhin berichtete sie von den Bedingungen in denen die Menschen dort leben und warum immer wieder Menschen und Tiere infiziert werden. Untersuchungen über Zusammenhänge zwischen Mangelerscheinungen durch unzureichende und falsche Ernährung und Anfälligkeit gegenüber Leishmaniose wurden in der Vergangenheit in die Wege geleitet aber führten auf Grund der fehlenden Kapazitäten noch nicht zu eindeutigen Ergebnissen. Es ist jedoch eine Tatsache, dass Leishmaniose eine Krankheit der Armen ist, denn aus Mangel an Arbeit im Hochland sind sie gezwungen, im Urwald als Goldwäscher, saisonale Landarbeiter, Straßenarbeiter u.a. zu arbeiten, wo sie durch einen Mückenstich infiziert werden. Aber es gibt auch Hoffnung. Zwar wird sich die Goldwirtschaft nicht menschlich gestalten, aber durch entsprechende Aufklärung kann es gelingen die Menschen rechtzeitig und umsonst zu behandeln, damit ihnen zusätzlich zur Krankheit nicht auch noch die menschliche Isolation droht. Wir werden die von Teresa Ruiz koordinierte Aufklärungsarbeit entsprechend unterstützen.

Terminhinweis:

18. - 20.5.2001: Peru-Treffen mit Mitgliederversammlung in Düllstadt (20 km östl. Würzburg) in einer alten Mühle bei Wolfgang Thomann (war DED-Entw.helfer in Peru)