Ökoanbau im
Regenwald
Im Raum Pucallpa wurden die jungen Leute, die sich an dem im
letzten Jahr zu Ende gegangenen Projekt der Jungbauernschule beteiligt hatten,
durch kleinere Maßnahmen weiter unterstützt. Durch eine gezielte Spende eines
langjährigen Förderers konnte in Antonio Raimondi eine kleine Dreschmaschine
für Sacha Inchi (eine lianenartige Pflanze mit wertvollem Öl) beschafft werden.
Seit September sind Marc und Andreas, 2 junge Freiwillige des
Weltwärts-Programms, in den beteiligten Dörfern unterwegs, um für sie neue
Sichtweisen kennenzulernen, aber auch um sich ein Bild von den dringendsten
Bedürfnissen zu verschaffen. Darauf aufbauend wird es evtl. auch zu neuen
nachhaltigen Projektideen kommen, die dann von den dort Betroffenen formuliert
werden können. Im Rahmen der Begleitmaßnahmen des Weltwärts-Programms soll nun
eine Presse für Sacha Inchi Öl angeschafft und die Vermarktung des Öls
organisiert werden um die Erlöse für die Bauern zu steigern.
Dörfliches Wasserkraftwerk in Montevideo bei Tingo
Maria
Die Wasserkraftanlage zur Stromerzeugung (40 KW), die
mit Mitteln des BMZ und unserem Eigenanteil sowie Mitteln der Distriktgemeinde
Chaglla finanziert wurde, konnte im September eingeweiht werden. Es war ein
großes Fest, das unter Beisein von viel Prominenz,, den 9 in der weiteren
Umgebung eingesetzten Weltwärts-Freiwilligen und dem Koordinator Hermann Herf
stattfand. Mit sehr viel persönlichem Einsatz hatten sich viele Bewohner von
Montevideo für das Bauwerk engagiert. Aber es gab auch einen Unfall. Einer von
ihnen hatte sich beim Fällen der Bäume für die Strommasten ins Bein gehackt und
musste ins Krankenhaus gebracht werden. Technische Beratung kam weiterhin von
unserem Mitglied Peter Wicke. Peter war an Weihnachten wieder vor Ort und
konnte auf Grund seines fachlichen Hintergrunds zahlreiche Ratschläge geben, um
die Anlage weiter zu optimieren. Wertvolle Hilfe hat auch Kostas, einem
Freiwilliger aus der Nähe von Aschaffenburg, geleistet.
Jetzt gilt es, die vorhandenen Strukturen zu
stabilisieren und die Verteilung der neuen Lebensqualität (dort gab es bisher
keinen Strom) aber auch deren Risiken zu flankieren. So baut die
Dorfgemeinschaft jetzt ein dörfliches Sozialsystem auf, das auch soziale
Schieflagen auf Grund von Krankheit abfedern soll. Finanziert werden soll es
hauptsächlich aus den Erlösen der dörflichen Käseei.
Weltwärts-Freiwillige
Am 20. August
sind 24 junge Menschen im Rahmen des neuen Programms des BMZ über die
Entsendeorganisation Welthaus Bielefeld nach Peru ausgereist. Die 11 Plätze im
Regenwaldgebiet konnten wir durch enge Koordination mit unseren Partnern vor
Ort zur Verfügung stellen. 2 junge Männer sind in der Selva Central, 2 junge
Frauen in Felige Pinglo, 1 in Montevideo, 2 an der Sonderschule in Tingo Maria
und 1 an der Agraruniversität; dort ist außerdem 1 junger Mann, und die 2 o.g.
in Pucallpa. Laura und Sophie in Felipe Pinglo konzentrieren sich auf die
Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse: verbesserte Herde statt der
bisher offenen Feuerstellen, einfache Trinkwasserleitungen, Gemüsegärten etc,
während Natalie in Montevideo in der Schule mitarbeitet, neue Kinderspiele
einführt und mit den jungen Frauen Fußball spielt. Die jungen Leute bleiben 1
Jahr in Peru und sollen primär Eindrücke sammeln, die ihnen nach ihrer Rückkehr
hier helfen sollen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen aber auch um hier
als Multiplikatoren zu fungieren. Wichtig ist primär nicht, dass sie dort ihr
Wissen als partnerschaftliche Helfer anbringen, sondern zu lernen, wie es auch
anders gehen könnte. Und als höchstes Ziel gilt, Respekt zu bekommen vor den
Leistungen dieser Menschen, die hier viel zu oft nur mitleidig belächelt
werden, aber auch um Einsichten in globale Zusammenhänge zu bekommen. Diese
Dinge werden sie für unsere Gesellschaft in Zukunft sehr wertvoll machen, ein
Grund mehr auch für uns, dieses Programm zu unterstützen.
Hilfe für
Zulma
Wie letztes Jahr haben wir auch dieses Jahr Zulma, die auch trotz ihrer
schweren Krankheit weiterhin für uns vor Ort als Projektkoordinatorin
arbeitet,-finanziell unterstützt, so dass sie sich die nötigen Heilbehandlungen
und Medikamente leisten kann. Sie hat wie vielerorts in Peru üblich keine
Krankenversicherung, die diese Kosten abdeckt. Dank gezielter Spenden konnten
wir einen Betrag von 1.500,- € überweisen.
Natürlich werden wir sie auch weiter unterstützen und sind daher dankbar für
weitere zweckgerichtete Spenden „für Zulma“.
Bekämpfung der Leishmaniose
(weiße Lepra)
Erneut konnten wir über
3.000 Ampullen Glucantime im Wert von rund 2.000,- € nach Peru schicken. Den
Großteil konnten die jungen Freiwilligen des Weltwärts-Programms mitnehmen. Zum
ersten Mal gingen auch zahlreiche Ampullen in das Krankenhaus nach Pucallpa.
Unser Partner Raul Tello hatte in 2 Dörfern einige Leishmaniose-Kranke entdeckt
hatte, die bisher vom Krankenhaus abgewiesen worden waren, weil es keine
Medikamente gab. Da die Kranken für Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung
während der Behandlung kein Geld hatten, haben wir auch diese zusätzlichen
Kosten übernommen. Da diese Kranken oft auf Grund ihres Aussehens ausgegrenzt
werden oder sich aus Scham selber zurückziehen sind diese jetzt nach ihrer
Behandlung froh wieder normal unter Ihresgleichen leben zu können. So gesehen
hat die finanzielle Hilfe nicht nur einen medizinischen Charakter sondern auch
einen gesellschaftlichen. Hauptabnehmer für die medizinische Hilfe ist aber
weiterhin das Krankenhaus Antonio Lorena in Cusco. Dort sind es vor allem Kinder, die mit
Glucantime behandelt werden. Es hat weniger Nebenwirkungen, ist aber teurer als
andere Leishmaniosemedikamente, weshalb es vom peruanischen Staat nicht finanziert
wird.
Aucayacu
In
der Sekundarschule „Aucayacu“ wird Saft
produziert wird (Säfte aus Papaya, Mango, Sternfrucht, Cocona und anderen
tropischen Früchten). Dank einer gezielten Spende konnten wir 500,- EUR für die
Verbesserung der technischen Ausrüstung beisteuern. Durch zweckbestimmte Spenden konnte außerdem einigen
bedürftigen Kranken in und um Aucayacu geholfen werden.
Sonstiges
Für die Anlage von Hochwasserschutzpflanzungen in und
bei Tingo Maria konnten wir 3.000 EUR überweisen. Damit wurden Baumschulen
angelegt, um die für den Hochwasserschutz geeigneten Bäume heranzuziehen.
Vereinsarbeit in Deutschland
Ende Mai fand in Rostock-Warnemünde unsere
Mitgliederversammlung statt. Mit der Jugendherberge hatte Franz-Georg Holbe ein
tolles Quartier ganz in der Nähe des Ostseestrands gewählt, sodass doch viele
aus dem Süden den Weg in den hohen Norden fanden. Viele nutzten die Strandnähe
für eine Strandnähe, ein paar wenige Mutige wagten sich sogar in die Fluten.
Zum Auftakt hatte Heiner Stienhans am Freitag ein
Regenwaldseminar mit namhaften Referenten organisiert. Es kamen dazu u.a. auh
einige Studenten der Uni Greifswald. Da es so erfolgreich war soll es 2009
fortgesetzt werden. Nach der Mitgliederversammlung ging es am Samstagnachmittag
zu einer Kafferösterei der Familie Brack, deren Verwandte Kaffeepflanzungen in
Peru haben – die Vorfahren sind vor 150 Jahren aus Tirol nach Peru ausgewandert
und haben Pozuzo mitgegründet. Ein Verwandter ist heute Umweltminister von
Peru.
Das Perutreffen war sehr erfolgreich und bescherte
uns auch etliche neue Mitglieder. Herzlichen Dank, lieber Pancho, für die gute
Organisation!
Anfang November waren wir traditionsgemäß in
Stuttgart im Haus des Waldes auf dem Amazoniensonntag.
Zaida hatte wieder toll gekocht und war
mit ihrem Bruno voll „in action“ – tatkräftig unterstützt von Franz Wölfle und
Sabine Remmele. Einige Familien mit Kindern fragten nach einem
Regenwaldvortrag. Zum Glück hatte Eugen seinen Stick mit passenden Bildern
dabei und nach einigen technischen Problemen (Suche eines Laptops,
Ingangbringen etc.) konnte er den Vortrag halten.
Allen Spendern gilt unser herzlicher Dank – auch im
Namen der Menschen in Peru. Ohne diese wertvolle Hilfe wären die Aktivitäten in
Peru nicht möglich. Wir können garantieren, dass jede Spende zu 100% in Peru
ankommt – unsere Verwaltungskosten sind auf Grund der ehrenamtlichen Struktur
minimal und somit durch die
Mitgliedsbeiträge abgedeckt.