Freundeskreis Peru Amazonico e.V.,  Am Ziegelacker 18,  74199 Unterheinriet

Tel. 07130/8618, Fax 9381, e-mail: eugen.bruder@t-online.de, Internet: www.peru-amazonico.de

Spendenkonto: Nr. 20 763 000 bei der Volksbank Beilstein, BLZ 620 622 15

 

                                        Jahresbericht 2008

Ökoanbau im Regenwald

 

Im Raum Pucallpa wurden die jungen Leute, die sich an dem im letzten Jahr zu Ende gegangenen Projekt der Jungbauernschule beteiligt hatten, durch kleinere Maßnahmen weiter unterstützt. Durch eine gezielte Spende eines langjährigen Förderers konnte in Antonio Raimondi eine kleine Dreschmaschine für Sacha Inchi (eine lianenartige Pflanze mit wertvollem Öl) beschafft werden. Seit September sind Marc und Andreas, 2 junge Freiwillige des Weltwärts-Programms, in den beteiligten Dörfern unterwegs, um für sie neue Sichtweisen kennenzulernen, aber auch um sich ein Bild von den dringendsten Bedürfnissen zu verschaffen. Darauf aufbauend wird es evtl. auch zu neuen nachhaltigen Projektideen kommen, die dann von den dort Betroffenen formuliert werden können. Im Rahmen der Begleitmaßnahmen des Weltwärts-Programms soll nun eine Presse für Sacha Inchi Öl angeschafft und die Vermarktung des Öls organisiert werden um die Erlöse für die Bauern zu steigern.

 

Dörfliches Wasserkraftwerk in Montevideo bei Tingo Maria

 

Die Wasserkraftanlage zur Stromerzeugung (40 KW), die mit Mitteln des BMZ und unserem Eigenanteil sowie Mitteln der Distriktgemeinde Chaglla finanziert wurde, konnte im September eingeweiht werden. Es war ein großes Fest, das unter Beisein von viel Prominenz,, den 9 in der weiteren Umgebung eingesetzten Weltwärts-Freiwilligen und dem Koordinator Hermann Herf stattfand. Mit sehr viel persönlichem Einsatz hatten sich viele Bewohner von Montevideo für das Bauwerk engagiert. Aber es gab auch einen Unfall. Einer von ihnen hatte sich beim Fällen der Bäume für die Strommasten ins Bein gehackt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Technische Beratung kam weiterhin von unserem Mitglied Peter Wicke. Peter war an Weihnachten wieder vor Ort und konnte auf Grund seines fachlichen Hintergrunds zahlreiche Ratschläge geben, um die Anlage weiter zu optimieren. Wertvolle Hilfe hat auch Kostas, einem Freiwilliger aus der Nähe von Aschaffenburg, geleistet.

Jetzt gilt es, die vorhandenen Strukturen zu stabilisieren und die Verteilung der neuen Lebensqualität (dort gab es bisher keinen Strom) aber auch deren Risiken zu flankieren. So baut die Dorfgemeinschaft jetzt ein dörfliches Sozialsystem auf, das auch soziale Schieflagen auf Grund von Krankheit abfedern soll. Finanziert werden soll es hauptsächlich aus den Erlösen der dörflichen Käseei.

 

Weltwärts-Freiwillige

 

Am 20. August sind 24 junge Menschen im Rahmen des neuen Programms des BMZ über die Entsendeorganisation Welthaus Bielefeld nach Peru ausgereist. Die 11 Plätze im Regenwaldgebiet konnten wir durch enge Koordination mit unseren Partnern vor Ort zur Verfügung stellen. 2 junge Männer sind in der Selva Central, 2 junge Frauen in Felige Pinglo, 1 in Montevideo, 2 an der Sonderschule in Tingo Maria und 1 an der Agraruniversität; dort ist außerdem 1 junger Mann, und die 2 o.g. in Pucallpa. Laura und Sophie in Felipe Pinglo konzentrieren sich auf die Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse: verbesserte Herde statt der bisher offenen Feuerstellen, einfache Trinkwasserleitungen, Gemüsegärten etc, während Natalie in Montevideo in der Schule mitarbeitet, neue Kinderspiele einführt und mit den jungen Frauen Fußball spielt. Die jungen Leute bleiben 1 Jahr in Peru und sollen primär Eindrücke sammeln, die ihnen nach ihrer Rückkehr hier helfen sollen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen aber auch um hier als Multiplikatoren zu fungieren. Wichtig ist primär nicht, dass sie dort ihr Wissen als partnerschaftliche Helfer anbringen, sondern zu lernen, wie es auch anders gehen könnte. Und als höchstes Ziel gilt, Respekt zu bekommen vor den Leistungen dieser Menschen, die hier viel zu oft nur mitleidig belächelt werden, aber auch um Einsichten in globale Zusammenhänge zu bekommen. Diese Dinge werden sie für unsere Gesellschaft in Zukunft sehr wertvoll machen, ein Grund mehr auch für uns, dieses Programm zu unterstützen.

 

Hilfe für Zulma

 

Wie letztes Jahr haben wir auch dieses Jahr Zulma, die auch trotz ihrer schweren Krankheit weiterhin für uns vor Ort als Projektkoordinatorin arbeitet,-finanziell unterstützt, so dass sie sich die nötigen Heilbehandlungen und Medikamente leisten kann. Sie hat wie vielerorts in Peru üblich keine Krankenversicherung, die diese Kosten abdeckt. Dank gezielter Spenden konnten wir einen Betrag von 1.500,- € überweisen. Natürlich werden wir sie auch weiter unterstützen und sind daher dankbar für weitere zweckgerichtete Spenden „für Zulma“.

 

Bekämpfung der Leishmaniose (weiße Lepra)

 

 

Erneut konnten wir über 3.000 Ampullen Glucantime im Wert von rund 2.000,- € nach Peru schicken. Den Großteil konnten die jungen Freiwilligen des Weltwärts-Programms mitnehmen. Zum ersten Mal gingen auch zahlreiche Ampullen in das Krankenhaus nach Pucallpa. Unser Partner Raul Tello hatte in 2 Dörfern einige Leishmaniose-Kranke entdeckt hatte, die bisher vom Krankenhaus abgewiesen worden waren, weil es keine Medikamente gab. Da die Kranken für Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung während der Behandlung kein Geld hatten, haben wir auch diese zusätzlichen Kosten übernommen. Da diese Kranken oft auf Grund ihres Aussehens ausgegrenzt werden oder sich aus Scham selber zurückziehen sind diese jetzt nach ihrer Behandlung froh wieder normal unter Ihresgleichen leben zu können. So gesehen hat die finanzielle Hilfe nicht nur einen medizinischen Charakter sondern auch einen gesellschaftlichen. Hauptabnehmer für die medizinische Hilfe ist aber weiterhin das Krankenhaus Antonio Lorena in Cusco.   Dort sind es vor allem Kinder, die mit Glucantime behandelt werden. Es hat weniger Nebenwirkungen, ist aber teurer als andere Leishmaniosemedikamente, weshalb es vom peruanischen Staat nicht finanziert wird.

 

Aucayacu

 

In der Sekundarschule „Aucayacu“  wird Saft produziert wird (Säfte aus Papaya, Mango, Sternfrucht, Cocona und anderen tropischen Früchten). Dank einer gezielten Spende konnten wir 500,- EUR für die Verbesserung der technischen Ausrüstung beisteuern. Durch zweckbestimmte Spenden konnte außerdem einigen bedürftigen Kranken in und um Aucayacu geholfen werden.

 

Sonstiges

 

Für die Anlage von Hochwasserschutzpflanzungen in und bei Tingo Maria konnten wir 3.000 EUR überweisen. Damit wurden Baumschulen angelegt, um die für den Hochwasserschutz geeigneten Bäume heranzuziehen.

 

Vereinsarbeit in Deutschland

 

Ende Mai fand in Rostock-Warnemünde unsere Mitgliederversammlung statt. Mit der Jugendherberge hatte Franz-Georg Holbe ein tolles Quartier ganz in der Nähe des Ostseestrands gewählt, sodass doch viele aus dem Süden den Weg in den hohen Norden fanden. Viele nutzten die Strandnähe für eine Strandnähe, ein paar wenige Mutige wagten sich sogar in die Fluten.

Zum Auftakt hatte Heiner Stienhans am Freitag ein Regenwaldseminar mit namhaften Referenten organisiert. Es kamen dazu u.a. auh einige Studenten der Uni Greifswald. Da es so erfolgreich war soll es 2009 fortgesetzt werden. Nach der Mitgliederversammlung ging es am Samstagnachmittag zu einer Kafferösterei der Familie Brack, deren Verwandte Kaffeepflanzungen in Peru haben – die Vorfahren sind vor 150 Jahren aus Tirol nach Peru ausgewandert und haben Pozuzo mitgegründet. Ein Verwandter ist heute Umweltminister von Peru.

Das Perutreffen war sehr erfolgreich und bescherte uns auch etliche neue Mitglieder. Herzlichen Dank, lieber Pancho, für die gute Organisation!

 

Anfang November waren wir traditionsgemäß in Stuttgart im Haus des Waldes auf dem Amazoniensonntag.

Zaida hatte wieder toll gekocht und war mit ihrem Bruno voll „in action“ – tatkräftig unterstützt von Franz Wölfle und Sabine Remmele. Einige Familien mit Kindern fragten nach einem Regenwaldvortrag. Zum Glück hatte Eugen seinen Stick mit passenden Bildern dabei und nach einigen technischen Problemen (Suche eines Laptops, Ingangbringen etc.) konnte er den Vortrag halten.

 

Allen Spendern gilt unser herzlicher Dank – auch im Namen der Menschen in Peru. Ohne diese wertvolle Hilfe wären die Aktivitäten in Peru nicht möglich. Wir können garantieren, dass jede Spende zu 100% in Peru ankommt – unsere Verwaltungskosten sind auf Grund der ehrenamtlichen Struktur minimal und  somit durch die Mitgliedsbeiträge abgedeckt.