Überschwemmungsprojekt Humancoto
Im Frühjahr 2002 ereignete sich ein größerer Überschwemmungsschaden in Humancoto.
Der Fluß war wie er es so alle 15 Jahre tat über die Ufer getreten und
hatte große Schäden an Häusern und in der Landwirtschaft verursacht.
Eine staatliche Hilfe wie hier für die Überschwemmungsopfer des letzten
Elbehochwassers sowie Benefizveranstaltungen waren nicht in Sicht.
Deswegen entschlossen wir uns das Projekt mit Hilfe von staatlichen Geldern aus
Baden Württemberg das Projekt anzugehen. Baden-Württemberg zahlt
uns ¾ der von uns veranschlagten Summe.
Aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden müssen wir ¼ aufbringen.
Von Anfang an klar uns war, dass wir das Problem des Hochwassers nicht generell
lösen können. Zu groß sind die Schäden, die die peruanische
und internationale Holzindustrie im Gebiet verursacht hat. Aufforstungsprogramme
wären hier sicherlich langfristig nötig, aber lassen sich gegenwärtig
nicht durchsetzen. Hier sind sicherlich auch hiesige Verhaltensmuster zu verändern,
damit der Raubbau an der Natur wenn auch weit weg nicht mehr so ungezügelt
weitergeht.
Die dort zur Zeit ansässigen Bauern leben in der
Mehrzahl noch nicht sehr lange dort und kommen wohl mehrheitlich aus der Sierra.
Zumindest läßt die Bauweise der Häuser (Lehmhütten und keine
Pfahlbauweise wie sie im Urwald traditionell an den Flüssen üblich ist)
darauf schließen. Ihnen eine Perspektive auch zum Bleiben zu geben,
war somit ein weiteres Ziel des Projektes.
Unser Projekt wurde daher
in mehrere Teile zerlegt. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an den
letzten beiden Teilen
- Soforthilfe zum Ankauf von Saatgut und
Kleinsäugern
- Hilfe bei der Umstellung der landwirtschaftlichen
Anbaumethoden in Richtung auf eine nachhaltige Landwirtschaft unter
Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse
- Integrierter Hochwasserschutz. Im Rahmen der oben genannten Umstellungsprozesse
soll entlang des Flusslaufs parallel zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen
eine Art lebender Zaun errichtet werden, der dafür sorgt, dass sich Hochwasser
nicht mehr so stark auswirkt. Mit ihm sollen die Fließgeschwindigkeiten des
Hochwassers begrenzt (und damit der Abtrag von Humus und die Zerstörungsgewalt
an Häusern) werden. Aber er soll auch für die örtlichen Bauern
nutzbar sein.
Fachlich begleitet wird das Projekt durch den Verein
in Fusevi (ökologische Landwirtschaft) und durch einen Ingenieur
(integrierter Hochwasserschutz).
Schon jetzt ist absehbar, dass sich
weitere Bauern an dem Projekt beteiligen wollen. Die Aussicht neue Erwerbsquellen
mit ökologischen Produkten zu erschließen und die Perspektive die der
integrierte Hochwasserschutz bietet hat sich inzwischen zu einer Quelle der
Hoffnung etabliert.
Wenn alles klappt, so wird das Huamancoto ein weiterer Baustein in einem Netzwerk,
denn eines ist jetzt schon klar. In Huamancoto haben wir die Chance zwei Gebiete
(ökologische Landwirtschaft und integrierter Hochwasserschutz)
zusammenzuführen und zu einem win-win Model auszubauen.
Wenn also jemand Lust verspürt, hier einen persönlichen Beitrag
in Form von Arbeitsleistung oder gar in Form von Geld zu leisten: bitte
bei uns melden!
Erste Bilder aus dem Projektgebiet
(leider ist die Qualität nicht das, was man sonst so gewohnt ist)

Das Gebiet an sich

Hochwasserschäden


Godo hatte sich bereit erklärt während einer privaten Reise das
Gebiet einmal zu besuchen
Und hier als update sind wir nun in der Lage neue Bilder zu zeigen.
Die Bilder zeigen sehr deutlich dass sich die Lage deutlich entspannt hat und auch
die Hochwasser der kommenden Jahre nicht mehr so viel Unheil anrichten konnten.


