Nachhaltigkeit

Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit sind finanztechnisch immer zeitlich begrenzte Maßnahmen. Daher sollte eine Maßnahme der Entwicklungszusammenarbeit immer so angelegt sein, dass sie auch nach Beendigung der Maßnahme in der Lage ist weiter zu leben.

Das was sich hier schon fast wieder unverständlich anhört ist in Wirklichkeit noch etwas komplexer, da Nachhaltigkeit bzw. das Leben danach in Wechselwirkung mit anderen Begrifflichkeiten und Rahmenbedingungen steht.

Nachhaltigkeit ist im realen Leben manchmal auch ein frommer Wunsch, der sich nicht immer so entwickelt wie man es sich hier wie dort zu Anfang gedacht hat. Aber selbst wenn es so ist lohnt es sich immer wieder den Schritt zu wagen, denn auch wenn nicht in jeder Muschel eine Perle ist, so riskieren Menschen jeden Tag aufs Neue beim Tauchgang ihr Leben.

Und noch etwas ist wichtig beider folgenden Diskussion. Wer sagt denn, dass das was wir hier in Deutschland uns so vorstellen nachhaltig ist? Oder noch schlimmer, wer sagt eigentlich dass das was wir hier tagtäglich in Deutschland machen nachhaltig bzw. sogar ökologisch nachhaltig ist. Ich denke, dass auch wir hier für uns Denkprozesse in Gang bringen müssten.

Wie gesagt, es ist etwas komplexer als der Begriff an sich erwarten lässt. Trotzdem wollen wir versuchen die Zusammenhänge etwas mehr verständlich zu machen. Da wir hauptsächlich im Urwald von Peru arbeiten orientieren auch wir uns mal an einem Baum.

Wenn man etwas pflanzen möchte, so überlegt man zuerst einmal welche Pflanze denn wo hin paßt. Zudem entscheidet man sich für eine Form. Will man eine Staude, einen Strauch oder einen Baum. Dies sind erste Schritte in Richtung Nachhaltigkeit, denn man möchte sich ja etwas länger an der Pflanze freuen.

Hat man sich entschieden versucht man so etwas zu bekommen. Geht man z.B. in eine Gärtnerei so wählt man auch hier noch einmal aus. Der Baum z.B. sollte schon von der Anlage her so aussehen wie man es sich vorstellt. Außerdem achtet man auf Stärke des Stammes und auf die Stärke der Wurzeln.

Die folgenden Schritte sind eigentlich ebenfalls selbstverständlich. Wir machen ein Loch, groß genug für die Wurzeln, machen evtl. noch einen Schutz gegen Wühlmäuse drum herum und schlemmen das Wurzelwerk mit Erde ein. Evtl. kommt auch noch etwas Dünger hinzu.

War es ein Baum, so haben wir auch einen Pfahl vorgesehen, der sicherstellen soll, dass der Baum nicht gleich beim ersten Windstoß umfällt.

Im Rahmen der Maßnahme wässern wir den Baum auch noch die erste Zeit, aber dann erwarten wir eigentlich, dass er sich selber rettet.

Wurden die ersten Schritte aber nicht richtig oder gar nicht gemacht, so hat unser Projekt kaum eine Chance. Die Maßnahme war demzufolge nicht nachhaltig.

Aber ist das schon nachhaltig? Wir denken nein. Im Urwald mag es so gehen, aber wenn wir einen Nutzen aus diesem Baum ziehen wollen, muß sichergestellt sein, dass er auch weiterhin gepflegt wird. Ab und zu sollte er geschnitten und der Obstansatz gesteuert werden, damit die Äste nicht brechen. Wollen wir von ihm ernten, so muß sichergestellt sein, dass er genügend Nährstoffe vor allen Dingen auch die Richtige Nahrung bekommt. Soll er Schatten für Wind und/oder Licht geben muß er in Zusammenhang mit seiner Umgebung gebracht werden.

Sprich der Mensch muß ein Interesse haben über die eingangs erwähnte Maßnahme hinaus weiter in das Projekt zu investieren. Dies geht nur, wenn der Mensch selbstlos mitarbeitet oder einen Nutzen hat.

Um letzteres sicherzustellen sollen Projekte so geplant sein, dass ein Nutzen für die Menschen vor Ort auch reifen kann. Erst dann sind sie nachhaltig.

Um all dies zu ermöglichen werden Projekte auch von uns vorher geprüft. Erfüllen sie diesen gewissen Standard, so haben sie nach unserer Meinung eine Chance nachhaltig zu wirken.