Bestandsaufnahme 2ter Teil
Nun ist er raus, der "UN Human Development Report 2003". Der Bericht belegt, daß auf Grund der Spekulationsblase heute 54 Länder sehr viel ärmer sind als noch vor 10 Jahren. Auch zeigt der Bericht, daß sich auf Grund der Befreiung von sozialen Zwängen die Schere in den hochentwickelten Industriestaaten vergrößert hat. Die Reichen haben sich hier einfach bei den ärmeren bedient.
Der UN Bericht beweist, daß die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in den Industrieländern auch auf das Verhältnis von armen und reichen Ländern zutrifft. Dies dürfte wohl auch daran liegen, daß sich die hiesigen Armen nicht unbedingt als arm outen wollen. Folglich steigt der Druck auf die armen Länder, da die Ausbeutung verschärft wird. Willige Handlanger ist wohl der richtige Begriff.
Während der letzten zwei Jahrzehnte haben der IWF und seine Schwester die Weltbank den Ländern der sogenannten dritten Welt mit der Drohung der Verweigerung des Zugangs zu Krediten und Märkten das angeblich heilbringende neoliberale Wirtschaftskonzept aufgezwungen. Wer hinter diesen Organisationen steckt, ist hinlänglich bekannt, ebenfalls deren Ziele. Hier finden sich die eigentlichen Profiteure der Globalisierung. Der Abbau aller Hindernisse im internationalen Handel und Finanzverkehr hat dazu geführt, daß alle Schutzmechanismen der ärmeren Länder für ihre im Aufbau befindlichen Strukturen eingerissen wurden. Das ist wie wenn man hierzulande junge Bäume ausbringt und den Schutz (sprich einen Pfahl und den Schutz gegen Wildverbiß) wegläßt. Das ist nachhaltige Zerstörung.
Aber nicht nur die Länder der Dritten Welt haben zu leiden, unter diesem Druck. So kann man im Bericht nachlesen, daß die Volkswirtschaft in Polen (1988 bis 1995) kräftig wuchs und das pro-Kopf-Einkommen um durchschnittlich 2,4% jährlich wuchs. Gleichzeitig aber sei der Anteil der als arm eingestuften Bevölkerung von 6% auf 20% gewachsen. (der Vergleich zwischen Rockefeller und seine Haushälterin springt einem förmlich ins Auge).
Viele der untersuchten Länder können die Entwicklungsziele (auf die man sich zur Jahrtausendwende geeinigt hatte) wenn überhaupt dann erst viel später als 2015 erreichen. Bei 20 Ländern wird z.B. das Ziel das alle Kinder eine allgemeine Grundschulausbildung bekommen können erst 2129 erreichbar sein. Und bis 2147 wird es wahrscheinlich dauern bis die extreme Armut halbiert werden kann (Ziel war auch hier das Jahr 2015). Bis 2165 wir es dauern die Kindersterblichkeit um 2/3 zu senken.
Der Bericht fordert die Entwicklungshilfe von derzeit 50 Milliarden Dollar zu verdoppeln.
Man wird sehen was passiert.