Nachhaltige Armutsbekämpfung

Gedanken von U. Friedrich

Nachhaltigkeit sollte auch immer verbunden sein mit Armutsbekämpfung, denn Armut ist oftmals der Anlaß unseres Handelns. Aber Vorsicht: Der Anlaß ist nicht die Ursache. Ursachen der Armut sind u.a. in Handeln unserer Vorfahren aber auch im neuzeitliche Handeln (IWF Politik, Industriepolitik, Umweltpolitik, Wegwerfgesellschaft, militärische Doktrinen, ...) zu suchen.
Auch wenn wir im Moment glauben sollen, dass Kriege den Frieden in Zukunft sichern sollen. Man muß wirklich nicht Alles glauben. Auch tägliche Wiederholungen garantieren keine Wahrheit.

Da all diese Dinge hier bei uns im Argen liegen müssen sie auch hier in Deutschland angepackt werden. Bildungsarbeit ist neben den anderen Aktivitäten des Vereins daher eine notwendige Konsequenz.

Oft hört man im Zusammenhang mit diesem Kapitel Sprüche wie:
     - Die sollen erst einmal arbeiten, dann geht es ihnen auch besser; oder
     - Sollen die sich doch selber helfen
Beides wollen unsere Partner in Peru tun und wir unterstützen sie (auch mit Ihrer/Eurer Hilfe) dabei.

Einige Aspekte nachhaltiger Armutsbekämpfung:
     - Armutsbekämpfung ist immer eine Kombination aus Ernährungssicherheit und Recourcenschutz
     - Armutsbekämpfung hat etwas mit Perspektiven für die Menschen vor Ort zu tun
     - Armutsbekämpfung baut daher auf einem Tripple win Konzept auf
     - Armutsbekämpfung ist verdammt eng mit dem Begriff der menschlichen Würde verknüpft. Sie aufzubauen oder auch wieder aufzubauen muß unser aller Ziel sein
     - Nachhaltige Armutsbekämpfung stärkt die Infrastruktur vor Ort und muß die Entkopplung von uns (als die diktierende Industrienation) als Perspektive beinhalten

Leidtragende von Armut sich meist Kinder und Frauen. Kinder, weil sie perspektivlos dahinvegetieren (müssen) und Frauen, die um ein wenig das Leid zu lindern sich selbst prostituieren. Gerade sie verdienen unsere Anerkennung, denn sie greifen zum letzten Mittel das eine Frau aufbieten kann, um ihre Familienangehörigen mit dem nötigsten zu versorgen. Das ist entwürdigend für die Frauen. Ihnen andere Alternativen zu ermöglichen muß Ziel integrativer Arbeitsansätze sein. Nicht Verdammung ist das Mittel sondern die Schaffung von Alternativen.