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INFORMATIONSSTELLE PERU E.V.

Presseinformation

Datum: 29. Oktober 2001

BAYER wird wegen dem Tod von 24 Kindern in Peru auf Entschädigung verklagt

Am Montag, den 22. Oktober überreichten Eltern der Opfer mit Hilfe der Menschenrechtsorganisation IDEELE eine Klage beim Höchsten Gerichtshof des Zivilgerichts gegen BAYER ein.

Vor zwei Jahren, am 22.10.1999, starben 24 Kinder in Tauccamarca in Peru. Die 22 Kinder, die die Tragödie überlebten, haben schwere Schädigungen des Nervensystems davongetragen. Alle 46 Kinder hatten ihr tägliches Schulfrühstück eingenommen, das mit einem Pestizid vergiftet war. Ein Frau aus dem Dorf hatte Milchpulver mit dem Pestizid vermischt, um einen Straßenhund zu vergiften. Ein Kind nahm den Beutel mit diesem Inhalt mit in die Schule in der Annahme, es würde sich um reines Milchpulver handeln. Die Lehrerin vermischte den Inhalt den Beutels mit dem Schulfrühstück.

Ein Jahr danach stellte BAYER den Handel mit dem tödlichen Pestizid "Folidol" in Peru ein. Das war eine Forderung der Menschenrechtsorganisation "Ideele" an BAYER gewesen. Auf diese Weise akzeptierte BAYER, dass "Folidol" ein zu gefährliches Produkt für das Leben der Menschen in Peru ist. BAYER hatte Protestbriefe von Solidaritäts - und Umweltschutzgruppen in Deutschland empfangen, viele von ihnen aus der evangelischen oder katholischen Kirche. Die Protestaktion in Deutschland wurde von der "Informationsstelle Peru e.V." koordiniert.

Die KlägerInnen und IDEELE sagen, dass es erwiesen sei, dass die Kinder durch "Folidol" ums Leben kamen. Die KlägerInnen behaupten, dass BAYER die unangemessenen Bedingungen genau kannte, unter denen ihr Produkt "Folidol" in den Anden Perus vertrieben wurde: Es wurde kiloweise in unbeschrifteten Tüten am Straßenrand verkauft. So war es sehr leicht möglich, das giftige Pulver mit Milchpulver zu verwechseln wie in diesem Fall in Taucamarca. Dazu kommt, dass wenn es überhaupt Informationen gab - diese Informationen über die Anwendung der Chemikalie von den BäuerInnen nicht gelesen werden konnte, weil viele Analphabeten sind, aber auch, weil die Informationen auf Spanisch geschrieben waren nicht jedoch auf Quetschua, die Sprache der AndenbewohnerInnen. Die KlägerInnen behaupten, dass BAYER die Mitverantwortung für die Tragödie trägt, weil sie nicht sorgfältig gehandelt haben. Jedoch trägt nicht nur BAYER die Verantwortung, sondern ebenso die dazu zuständigen Behörden des Landwirtschafts und des Gesundheitsministeriums, die ebenso angeklagt wurden.

Die Infostelle Peru solidarisiert sich mit der Forderung der KlägerInnen. Wir sind davon überzeugt, dass unter diesen Bedingungen BAYER zur Zahlung einer Entschädigung verpflichtet ist. In diesem Zusammenhang ist von IDEELE und der Unweltorganisation RAAA die Forderung an Peru erhoben worden, auch andere gefährliche Pestizide zu verbieten: "Folque", das vom englisch deutschen Unternehmen BASF verkauft wird; "Alrin" und "Herbaxone", von peruanischen Unternehmen "Tecnología Química y Comercio" hergestellt; "Gramoxone", das vom englischen Unternehmen "AgroKlinge" vertrieben wird. Der Verkauf von "Tamaron" und "Temik" sollte von BAYER eingestellt werden. Die Klage der BäuerInnen von Taucamarca sollte bewirken, dass alle Chemiekonzerne den Verkauf gefährlicher Chemikalien einstellen, um weitere Tragödien dieser Art zu verhindern.

Nähere Information bei der Informationsstelle Peru e.V., Tel: 0761-7070840