Lima (dpa) - Der frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori
ist vom Parlament wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt worden.
Fujimori habe von zwei Massakern durch eine geheime Todesschwadron der
Militärs 1991 und 1992 mit insgesamt 25 Toten gewusst und sie gestattet,
hieß es in dem Beschluss vom Montagabend (Ortszeit). Peru will die
Auslieferung Fujimoris von Japan erreichen. Der frühere Staatschef
bestreitet die Vorwürfe.
Insgesamt 75 Abgeordnete sprachen sich einstimmig dafür aus, ein
Strafverfahren wegen Mordes, schwerer Körperverletzung und des Verschwindenlassens
von Personen gegen den nach Japan geflüchteten früheren Staatschef
einzuleiten. Die Beschuldigungen seien von besonderer Bedeutung, weil es
sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handele, wegen derer Fujimori
in jedem Land der Erde angeklagt werden könne, berichteten lokale
Medien. Bei zwei Überfällen der berüchtigten paramilitärischen
Einheit «Grupo Colina» waren 1991 und 1992 insgesamt 25 Menschen
umgebracht und mehrere andere zum Teil schwer verletzt worden.
Nach der Anklage ist es Aufgabe der Generalstaatsanwaltschaft, ein
Verfahren beim Obersten Gerichtshof zu eröffnen. Dabei müssen
sich die von einer Parlamentskommission gesammelten Beweise als stichhaltig
erweisen. Anschließend könnte das Gericht über das Außenministerium
die Auslieferung Fujimoris beantragen. Allerdings besteht kein Auslieferungsabkommen
zwischen Japan und Peru. Fujimori, der die japanische Staatsbürgerschaft
besitzt, konnte sich bisher auch relativ sicher fühlen, weil Tokio
eigene Staatsbürger in der Regel nicht ausliefert.
© Copyright 2001, dpa - Deutsche Presseagentur
© Copyright 2001, Frankfurter Rundschau online